Low-FODMAP: wie Sie richtig anfangen
Schale mit gekochten Kichererbsen – Hülsenfrüchte gehören zu den häufig blähenden FODMAP-reichen Lebensmitteln

Low-FODMAP: wie Sie richtig anfangen

Von Harald Erb, Heilpraktiker · zuletzt aktualisiert am 23. Oktober 2026

Schale mit gekochten Kichererbsen – Hülsenfrüchte gehören zu den häufig blähenden FODMAP-reichen Lebensmitteln

Linsen, Erbsen, Kohl oder Zwiebeln – und kurz danach ist der Bauch aufgebläht. Manchmal kommen Verstopfung oder Durchfall dazu. Wer nach einer Lösung sucht, landet schnell bei Low-FODMAP und bei langen Listen, was man alles nicht mehr essen darf. Was dahintersteckt – und wie Sie anfangen können, ohne sich zu verlieren.

In meiner Praxis in Berlin Prenzlauer Berg oder per Video – überall in Deutschland.

Was FODMAPs sind

FODMAPs sind bestimmte Zucker und Ballaststoffe, die der Dünndarm nur schlecht aufnimmt. Sie wandern weiter in den Dickdarm, und dort machen sich die Darmbakterien darüber her. Dabei entsteht Gas.

Das ist an sich ganz normal. Ist der Darm aber empfindlich oder die Darmflora aus dem Gleichgewicht, kann daraus schnell zu viel werden: Blähungen, Druck, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Viele FODMAPs stecken zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Zwiebeln, Knoblauch, Weizen, manchen Obstsorten und in Milch.

Bei mir nicht allein, sondern Teil des Plans

In meiner Praxis setze ich Low-FODMAP in der Regel nicht isoliert ein. Es ist ein Baustein meiner Gesamtanalyse. Häufig kommen Menschen mit vielen Blähungen zu mir, oft zusammen mit Verstopfung oder Durchfall, und sie haben schon gemerkt: Hülsenfrüchte vertragen sie kaum, Kohl und Zwiebeln blähen.

Je nach Beschwerden und Ergebnis der Mikrobiomanalyse kann es sinnvoll sein, bestimmte Lebensmittel anfangs wegzulassen. Gleichzeitig geht es darum, den Darm Schritt für Schritt zu stabilisieren und ungünstige Bakterien zurückzudrängen. Danach testen wir gemeinsam, was wieder geht. Das alles steht im Plan der Darmsanierung. Wie dieser Plan im Alltag aussieht, beschreibe ich unter Darmkur – so nenne ich die praktische Umsetzung.

In drei Schritten

1. Entlasten. Für eine begrenzte Zeit essen Sie weniger FODMAP-reiche Lebensmittel – meist zwei bis sechs Wochen. Notieren Sie dabei, was Sie essen und wie es dem Bauch geht. Bessert sich in dieser Zeit nichts, bringt es wenig, einfach weiter wegzulassen. Dann lohnt es sich, nach einer anderen Ursache zu suchen.

2. Wieder einführen. Wird es deutlich besser, kommt ein Lebensmittel nach dem anderen zurück: am ersten Tag eine kleine Portion, über drei bis vier Tage etwas mehr. In der nächsten Woche ist das nächste dran. So finden Sie heraus, was Sie vertragen – und wie viel davon.

3. Ihre persönliche Ernährung. Am Ende steht keine Diät, sondern Ihre eigene Liste: Das meiste geht wieder, vielleicht bleiben ein, zwei Dinge, mit denen Sie vorsichtig sind.

Dabei helfen meine Tagebücher zum Herunterladen: das FODMAP-Tagebuch (PDF) mit Lebensmittel-Übersicht für die Entlastung und das Wiedereinführen und das Ernährungs- und Beschwerdetagebuch (PDF). Alle Tagebücher finden Sie auf meiner Seite Tagebücher.

Sanft anfangen

Sie müssen nicht von heute auf morgen alles umstellen. Oft reicht es, mit den häufigsten Auslösern anzufangen und sie zu tauschen:

  • Zwiebeln und Knoblauch: stattdessen Schnittlauch, der grüne Teil von Frühlingszwiebeln oder Knoblauchöl
  • Weizenbrot: stattdessen Dinkel-Sauerteigbrot oder Haferflocken
  • Äpfel, Birnen, Steinobst: stattdessen Banane, Heidelbeeren, Kiwi, Orange oder Erdbeeren
  • Kuhmilch und Joghurt: stattdessen laktosefreie Produkte oder Haferdrink
  • Hülsenfrüchte: vorerst weglassen oder nur in kleinen Mengen, gut gegart

Gemüse wie Karotten, Gurke, Tomate, Paprika, Spinat oder Kartoffeln sind in der Regel gut verträglich.

Ein FODMAP-armes Frühstück

Zwei Beispiele für den Anfang:

  • Haferflocken in normaler Portion mit Heidelbeeren oder Banane, laktosefreiem Joghurt und ein paar Walnüssen
  • Dinkel-Sauerteigbrot mit Ei, Gurke und Tomate oder mit Hartkäse

Haferflocken gelten in einer üblichen Portion von etwa 50 Gramm als FODMAP-arm. Größere Mengen können mehr blähende Stoffe enthalten.

Warum nicht dauerhaft

Die Darmflora braucht Vielfalt. Wer lange streng FODMAP-arm isst, nimmt den guten Darmbakterien einen Teil ihres Futters. Deshalb ist mein Ziel, dass Sie so schnell wie möglich wieder frei essen können – so weit, wie es Ihr Bauch zulässt. Bleiben einzelne Einschränkungen, kann man sie gut im Alltag berücksichtigen.

Häufige Stolperfallen:

  • zu lange streng bleiben
  • glutenfreie Fertigprodukte, die oft blähende Dickungsmittel enthalten
  • Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit oder Xylit, Honig und Fruchtsaft
  • alles gleichzeitig wieder einführen, sodass man nicht weiß, was es war

Lassen Sie schon vieles weg und finden trotzdem kein Muster? Dann steckt oft etwas anderes dahinter, zum Beispiel eine Fehlbesiedlung des Dünndarms. Mehr dazu auf meinen Seiten Blähungen und SIBO.

Wann Sie ärztlich abklären lassen sollten

Blähungen sind meist harmlos. Lassen Sie Ihre Beschwerden bitte ärztlich abklären, wenn sie neu sind und nicht vergehen – und zeitnah bei ungewolltem Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Durchfall, der Sie nachts weckt, Fieber oder wenn die Beschwerden erst ab etwa 50 neu auftreten.

Kurze Fragen zu Low-FODMAP

Zum Beispiel Reis, Haferflocken, Kartoffeln, Karotten, Gurke, Tomate, Paprika, Spinat, Banane, Heidelbeeren, Kiwi, Orange, Eier, Fisch, Fleisch, Hartkäse und laktosefreie Milchprodukte. Wie viel davon verträglich ist, kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein.

Ja, in einer üblichen Portion von etwa 50 Gramm gelten sie als FODMAP-arm. In größeren Mengen können sie mehr blähende Stoffe enthalten. Zarte Instant-Flocken werden oft schon in kleinerer Menge schlechter vertragen.

Die Entlastung dauert meist zwei bis sechs Wochen. Danach werden die Lebensmittel Schritt für Schritt wieder eingeführt. Eine dauerhaft strenge FODMAP-arme Ernährung sollte nicht das Ziel sein.

Sie enthalten Zucker und Ballaststoffe, die der Dünndarm kaum aufnehmen kann. Im Dickdarm vergären die Bakterien sie, dabei entsteht Gas. Gut gegart, in kleinen Mengen und mit der Zeit werden sie oft besser vertragen.

So begleite ich Sie

Im Gespräch, mit einer Mikrobiomanalyse und bei Bedarf mit Atemtests und Tagebuch schaue ich, was hinter Ihren Beschwerden steckt. Daraus entsteht ein Plan, der Ihren Darm stabilisiert und das Weglassen so kurz wie möglich hält. Mehr auf meinen Seiten Reizdarm, Unverträglichkeiten und Darmsanierung.

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Heller Behandlungsraum mit Liege und Pflanzen in der Heilpraxis Harald Erb, Berlin Prenzlauer Berg

Wer Sie begleitet

Harald Erb, Heilpraktiker für Darmgesundheit und funktionelle Medizin, in seiner Praxis in Berlin Prenzlauer Berg

Harald Erb

Heilpraktiker für Darmgesundheit und funktionelle Medizin · Berlin Prenzlauer Berg

Ich bin Harald Erb, Heilpraktiker in Berlin Prenzlauer Berg, mit eigener Heilpraxis seit 2007. Weitergebildet habe ich mich unter anderem in Darmsanierung, in klinischer Psychoneuroimmunologie (kPNI), die Darm, Stress, Hormone und Stoffwechsel zusammen betrachtet, und in orthomolekularer Medizin. Zur Darmgesundheit habe ich mich vor allem bei der Biogena Akademie und beim Fachlabor biovis fortgebildet – in Wochenend-, Tages- und Webseminaren.

Zwei Menschen mit denselben Beschwerden haben selten dieselben Befunde – und brauchen deshalb selten denselben Plan. Mir ist wichtig, Ihnen die Zusammenhänge verständlich zu machen, damit Sie selbst Einfluss auf Ihre Gesundheit nehmen können.

→ Mein Werdegang

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Quellen und weiterführende Literatur

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung.